Leserbriefe an die Heilbronner Stimme

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Viele Leserbriefe unserer Mitglieder/innen wurden kürzlich in der ‚Heilbronner Stimme‘ veröffentlicht, teilweise gekürzt. Wir geben einige dieser Briefe hier wieder.

Volker T. am 24.12.2014 (hier die Originalfassung):
Bahnhofsgegner?
(Zur Berichterstattatung über Stuttgart 21)

In Medienberichten über den Widerstand gegen das Projekt S21 ist oft von „Bahnhofsgegnern“ die Rede. Diese Bezeichnung ist falsch, die Bahnhofsgegner protestieren nicht. Es sind die Befürworter des immer noch gut funktionierenden Bahnhofs, die sich gegen die Herabstufung in einen Haltepunkt (HP Stuttgart, anstelle Bhf Stuttgart) wehren. Unbequem, brandgefährlich und mit geringerer Leistung. Dafür auch noch Geld auszugeben fordert den Widerstand sozial denkender Menschen geradezu heraus.

Bahnhofsgegner sind diejenigen politischen Kräfte, die zur Bereicherung Weniger unsere ehemals gute Bahn-Infrastruktur zerstören. Und die haben Protektion von ganz weit oben, sonst wäre das Projekt schon tot.

Es geht aber nicht um die ehrabschneidende Bezeichnung Haltepunkt, sondern um nationale und internationale Bestimmungen, die bei dieser (un)geplanten, in der Schräge liegenden Tunnelstation wichtige Funktionen untersagen würde. Die vielen Ausnahmegenehmigungen für S21 bezeugen das. Diese Genehmigungen würden man einem Bahnhof nicht geben.
Der für unsere Region wichtige Integrale Takt: Fehlanzeige.
Das alles hat uns der OB vom Rednerpult in Heilbronn vor der Abstimmung verschwiegen.

Von vielen Bahnfachleuten wissen wir, dass sie sich jetzt vom Projekt distanzieren. Eine Rücktrittswelle von Projekt-Führungskräften ist die Folge.


Susanne H. am 11.12.2014 (Brief wurde nicht gekürzt):
Entgegenkommen
(Zur diskutierten Einschränkung des Radverkehrs in der Oberen Neckarstraße)

Ich freue mich, dass in Heilbronn in letzter Zeit viele Menschen mit dem Rad unterwegs sind. Das macht die Stadt lebendig, lärmarm und ist gut für die Umwelt. Nun möchte der Investor des entstehenden spektakulär-gestreiften Neubaus auf dem C&A-Gelände die Radfahrer vom Neckarradweg verbannen, weil er seinen Gastronomen massenhaft Tische und Stühle versprochen hat. Schön, wenn man am Neckarufer einmal Speis und Trank genießen kann, aber nicht in Mega-Dimensionen. Herr Kruck hat von der Stadt schon viel Entgegenkommen erfahren. Das genügt. Die Radler werden am Neckar weiterhin radeln und nicht schieben.


Anneliese F. am 11.12.2014 (hier die Originalfassung):
Grüne Welle für Radler
(Zur diskutierten Einschränkung des Radverkehrs in der Oberen Neckarstraße)

Es gibt keine überdachten Fahrradabstellplätze, kaum dafür vorgesehene Abstellplätze in der Innenstadt, wo man ein Fahrrad fest anschließen kann, von einem Radhaus wie z.B. in Offenburg ganz zu schweigen. Viele Radwege gibt es nicht – auf Ost- und Südstraße Fehlanzeige – und Herr Heer redet von Fahrrad-Hochburg.

An einer der meistbefahrenen Radstrecken in Heilbronn – der Nord-Süd-Verbindung am Neckar – wurde vor einigen Jahren publikumswirksam von Herrn Hajek ein Zählgerät installiert, um zu belegen, wie gut die Strecke angenommen wird. Und die sollte nun nach Plänen eines Bauherrn gesperrt werden?

Herr Kruck wusste sehr wohl, wo er seinen Neubau platziert und welche verkehrstechnische Bedeutung dieser Radweg hat. Der Bauherr möchte entscheiden, wo Radfahren sinnvoll ist. Wer hat diese gesetzeswidrigen Zusagen gemacht, dass das Radfahren vor dem Neubau verboten werden soll?

Die ganze Welt redet von Klimaschutz und Erderwärmung und davon, dass die Treibhausgase verringert werden müssen. In Baden-Württemberg möchte die Landesregierung die Treibhausgase bis 2020 um 25 % senken, bis 2050 um 90 %. Dass Radfahren keine Treibhausgase erzeugt, davon scheint Herr Heer noch nichts gehört zu haben.

Die Landesregierung fördert Radwege und Heilbronn muss diese Konzepte auch endlich umsetzen. Das Rad als Verkehrsmittel macht nur Sinn, wenn der Radfahrer nicht an jeder Kreuzung anhalten und wieder anfahren muss, sondern zügig vorankommt. In Heilbronn dagegen haben Autos grüne Welle, während Fußgänger und Radfahrer im Abgasmief warten müssen.

Zitate von der Homepage der Stadt Heilbronn zeigen, dass die Erwartungshaltung des Bauherrn und der Kommentar des Chefredakteurs mit den Zielen der Stadtverwaltung unvereinbar sind.
„Hauptaufgabe der Stadt Heilbronn ist es daher, Maßnahmen zu erstellen, die den Kfz-Verkehr (etwa 61 Prozent des Gesamtverkehrs) reduzieren, ohne die Mobilität der Bürger einzuschränken. Nur so kann auch das Ziel, die CO2 -Emissionen in Heilbronn im Jahre 2020 gegenüber 1990 um 20 Prozent zu senken, erreicht werden.“
Die lokale Zeitung muss die Klimaziele der Stadtverwaltung unterstützen und nicht sabotieren.
„Ziel ist es, zu einer Erhöhung des Radverkehrsanteils beizutragen. In Heilbronn liegt der Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr bei etwa acht Prozent. Dieser Wert entspricht in etwa dem Bundesdurchschnitt. Vergleiche mit so genannten Fahrradstädten wie Freiburg oder Münster zeigen jedoch, dass ein Radverkehrsanteil von 20 bis 25 Prozent möglich ist, zumal die räumlichen Voraussetzungen in Heilbronn günstig sind.
Wegweiser für den Ausbau des Radverkehrs sind der Radverkehrsplan 2008 und ein Routenkonzept aus dem Jahr 2011. Langfristig soll den Bürgern in Heilbronn ein zusammenhängendes Radverkehrsnetz mit umwegarmen, verkehrssicheren und komfortablen Verbindungen zur Verfügung stehen. Anregungen und Hinweisen seitens der Bürger steht die Stadt Heilbronn offen gegenüber.“


Volker T. am 11.12.2014 (hier die Originalfassung):
Absteigen ist keine Lösung
(Zur diskutierten Einschränkung des Radverkehrs in der Oberen Neckarstraße, und zum Neckartalradweg in Lauffen)

Herrn Heer möchte ich Recht geben, Fahrradfahrer, die am Neckarweg durch die Außenbestuhlung rasen sollen, das ist keine Lösung für die geplante Fahrrad-Hochburg. Ein Fahrradfahrer, der die Nord-Süd-Achse benutzt, will weiterkommen. Absteigen ist keine Lösung. Nicht alle fahren Fahrrad zum Vergnügen oder für ein Wahlplakatsfoto.

Fußgänger und Fahrradfahrer beleben die Geschäfte der Innenstadt, der Autoverkehr killt sie. Deshalb muss es neben ausreichenden Gehwegen auch brauchbare Radwege geben, und nicht Alibistraßen wie die Badstraße, Kreuzenstraße oder die Steinstraße, wo sich seit der Bemalung
eigentlich nichts geändert hat. Herausgeworfenes Geld!

Der Neckartal-Radweg wird bisher am östlichen Neckarufer an der Stadt vorbeigeführt. Eine Verlagerung in die Gassen der Innenstadt oder auf die westliche Neckarseite ist abzulehnen. Sollen sich tausende Fahrer in Luft auflösen, sobald sie in Heilbronn ankommen? Am Marrahaus ist nicht nur ein breiter Fahrradweg sondern auch eine Fahrradabstellanlage gefordert.

Es kann doch nicht sein, dass neben der Sünde am Bollwerksturm und dem Bildungszentrum nun schon wieder öffentlicher Raum an Investoren abgegeben wird! Es wird oft darüber diskutiert, wie man die Nordstadt aufwertet. In Heilbronn wohl so, dass man sie vom Fahrradverkehr abschneidet.

Das Zementwerk Lauffen konnte man seit Urzeiten mit dem Fahrrad durchfahren. Jetzt untersagt das der Besitzer. Eine Brücke muss gebaut werden. Wie ist das in Heilbronn, sind da die Durchfahrtsrechte in trockenen Tüchern?