Heilbronner Erklärung: Warum wir jetzt noch gegen S21 demonstrieren

Heilbronner Erklarung - Blickfang

Während der letzten Demonstration in Heilbronn gegen das Projekt S21 ergaben sich Fragen aus dem Publikum, die wir mit dieser Heilbronner Erklärung beantworten möchten.

Das Bündnis „Heilbronner gegen S21“ besteht aus vielen Gruppen, die sich sozial und ökologisch engagieren. Es sind Bürger wie du und ich, mit dem Unterschied, dass sie sich für die Hintergründe dieses Projekts interessieren und somit Fachwissen angeeignet haben. Sie sind zur Erkenntnis gelangt, dass es schädlich ist.
Wie sonst ist es zu erklären, dass diese Mitbürger immer noch auf der Straße gegen dieses Bauvorhaben demonstrieren? Vor allem, nachdem erkennbar ist, dass sich die Politik nicht um diesen Widerstand schert und unbeirrt daran festhält. Diese Bürger haben eines gemeinsam: ein soziales Gewissen und ein Interesse an der Politik. Die Teilnahme an diesem Protest ergab sich für viele von uns zufällig, deshalb ist unser Protest bunt.
Zu diesem bunten Protest gehört Toleranz, ohne diese würde die Kreativität fehlen, die uns auszeichnet.

Beantworten müssen wir auch die Frage nach dem Sinn für diesen Protest bei einem begonnenen Bauvorhaben. Dazu muss klargestellt werden, dass es bisher viele Abrissmaßnahmen, aber keine Baumaßnahmen (1) gab. Es empört uns, dass eine Zerstörung unserer Landeshauptstadt begonnen wurde, obwohl es für die wichtigsten Abschnitte keine Planfeststellung gibt. Und das nach fast 20 Jahren Planung für das „bestgeplante Projekt“ (Schlichtung).

Noch immer gibt es zuweilen die Meinung, dass S21 eine Verbesserung bringt. Doch wer liest eine Planfeststellung? Fragen Sie mal Ihren Landtagsabgeordneten oder den Befürworter, OB Himmelsbach. S21 leistet etwa die Hälfte des vergammelten alten Kopfbahnhofes! Siehe Hinweis (2). Und hierfür Milliarden ausgeben? Was der alte Kopfbahnhof leistet, lässt sich genau belegen. Vom Projekt S21 liegen dagegen nur schöne Computeranimationen und fehlerhafte Modellberechnungen vor. Kaufen Sie ein technisches Produkt nach dem Werbeaufwand, oder den technischen Daten?

Wenn es schon nicht möglich ist, die Kapazität des alten Bahnhofes zu erreichen, dann hätte man der Bevölkerung vor dem Volksentscheid sagen müssen, worum es bei diesem Projekt geht: um die Schaffung eines Immobilienprojektes für Reiche und nicht um einen Bahnhof. Und das muss jeden sozial denkenden Menschen empören, besonders wenn er einer Partei mit „Sozial“ im Namen nahesteht.

Bei manchen zieht das Schlagwort „modern“. Modern muss nicht besser sein. Modernisiert man den alten Bahnhof, der vor über hundert Jahren gebaut wurde, dann ist er wesentlich „moderner“, weil leistungsfähiger, als S21. Die Planer von S21 hatten ganz andere Vorstellungen von Mobilität, die heute überholt sind.
Das sieht man auch an den Werbebildern: wo ist ein Älterer, wo ein Behinderter?

Wir brauchen eine Bahn, die uns pünktlich, sicher und bequem ans Ziel bringt. Und die für uns gut erreichbar ist, auch wenn wir selbst nicht mehr so mobil sind.

(1) Begonnene Baumaßnahmen sind
• Die Verlegung der Bahnsteige in das Gleisvorfeld. Dies ist eine Maßnahme, die man auch bei einer Erneuerung des Bahnhofsdaches durchführen müsste.
• Bau des Technikgebäudes am Nordausgang. Das bisherige Stellwerk ist marode und muss erneuert werden. Das neue Technikgebäude ist dafür vorgesehen.
• Die Neubaustrecke. Der Kopfbahnhof kann entweder an die bisherige Strecke oder an die Neubaustrecke angeschlossen werden. Mit S21 geht das nicht, S21 geht nur mit der Neubaustrecke, was aber weit weg von der Planfeststellung ist. Laut Eisenbahnbundesamt nicht mal prüffähig, so dilettantisch ist die Planung.
(2) Planfeststellung PFA 1.1 v.28.01.2005, Seite 204

Detaillierte Informationen, beispielsweise auch über die Lüge der besseren Flughafenanbindung, gibt es bei uns.

17.11.2013

Download der Heilbronner Erklaerung als PDF-Datei

www. Heilbronner-gegen-S21.de