Leserbriefe an die Heilbronner Stimme

Blickfang_Tastatur_Leserbrief
Viele Leserbriefe unserer Mitglieder wurden kürzlich in der ‚Heilbronner Stimme‘ veröffentlicht, teilweise gekürzt. Wir geben die Briefe hier wieder (Originalfassungen, soweit vorliegend).

Susanne H. am 5.7.2012:
Im Bahnschatten
Der Jammer ist groß, weil die Region Heilbronn angeblich bei Großprojekten abgehängt wird. Damit sind natürlich Straßen gemeint. Dass wir vom Fernverkehr der Bahn abgehängt sind, wen stört das schon groß? Kleine Städte wie zum Beispiel Bensheim, Horbn oder Villingen haben IC- oder gar ICE-Anschluss. Wer von der Stadt, Politik und Wirtschaft setzt sich endlich einmal mit aller Kraft für schnelle Fernverbindungen ein?“


Volker T. am 13.7.2012 :
„Enthüllungen
Aus dem Kommentar von Peter Reinhard auf Seite 1 der HSt vom 27. Juni erfahren wir, dass der Rechnungshof den EnBW-Deal von Mappus jetzt erst behandelt, nachdem Grün-Rot mit einem förmlichen Arbeitsauftrag durch den Landtag drohte. Der von der CDU eingesetzte Chefprüfer hat das bisher verhindert, er wusste wohl, wem er einen Gefallen schuldig war.
Bisher hat der Landesrechnungshof nicht daran gedacht, sich mit dem Thema Kosten/Nutzen bei S21 zu befassen, obwohl das unzählige engagierte Bürger fordern. Auch hier wird man hoffentlich bald eine Wende zum Wohle des Landes (siehe Vereidigung) erwarten können.“


Birgit B. am 16.7.2012:
Nur Grundwasser nicht im Griff?
Die Deutsche Bahn hat seit längerem die Verdoppelung der Grundwasserentnahme beim Eisenbahnbundesamt (EBA) beantragt, die ein neues Planfeststellungsverfahren nötig macht. Trotzdem beginnt man laut Herrn Kefer mit so vielen Baugruben, dass „dabei die abzupumpende Wassermenge unter dem Wert bleibt, der bereits genehmigt ist“. Und dann Herr Kefer?
Wegen Planänderungen der Bahn sind aber derzeit mehrere Änderungsverfahren beim EBA anhängig:
das Entrauchungsbauwerk des Tunnelabschnittes Stadtmitte nach Feuerbach (Strecke nach HN), die Verringerung der Abstände der Tunnelquerschläge, die Änderung der geplanten Baustraße.
Welcher Streckenabschnitt ist im Moment eigentlich nicht von Planänderung oder noch nicht einmal eingeleiteter Planfeststellung (Filderabschnitt) betroffen? Bestgeplantes Projekt lt. Deutscher Bahn! Aber was soll’s: die Deutsche Bahn fängt jetzt dann mal an zu bauen – das wird schon noch werden (oder auch nicht?). Zumindest schön teuer für uns!


Volker T. am 23.7.2012:
Mahnwache würdigen
Seit zwei Jahren befindet sich die Mahnwache am Hauptbahnhof Stuttgart. Ohne eine Minute Unterbrechung, Tag und Nacht, wird seitdem über S 21 informiert und der Kontakt zum Widerstand gehalten. Ein so lange anhaltender Widerstand, einmalig in der Welt, sollte eigentlich auch einmal in der Heilbronner Stimme eine Würdigung erfahren. Selbst Bahnchef Grube hat bei einem Neujahrsbesuch mit einem Präsent Respekt gezollt.
Am 28.07. wird dieser Jahrestag in Stuttgart gefeiert.


Volker T. am 30.7.2012:
Grundwasser Stuttgart
Ohne das Grundwasser im Griff zu haben, gibt es kein Stuttgart 21. Der Streit ums Grundwasser besteht zwischen den Aufsichtsbehörden und der DB AG. Der Widerstand hat das Thema seit Jahren lediglich aufgezeigt. Nun erhöhen sich die Abpumpmengen von Mal zu Mal. Es ist eine neue Planfeststellung mit ungewissem Ausgang erforderlich. Und die ist noch Jahre entfernt. Die Beschönigungen des Bahnsprechers Dietrich sind wie das Pfeifen im Walde. Aber diesmal ohne schwarz-gelbes Echo.
Die DB AG agiert als selbständiges Unternehmen, obwohl sie den Bürgern gehört und subventioniert wird. Und wir bezahlen jeden Murks, den die Bahn plant. Da passt die Aussage von Bahnvorstand Kefer: wir bauen erst, und dann sehen wir weiter. Welcher Unternehmer könnte sich eine solche Dreistigkeit gegenüber seinen Aktionären erlauben?“


Volker T. am 4.8.2012:
Aufregung um Kleinigkeiten
Im Falle des EnBW-Skandals ist die Aufregung groß, der Schaden für das Land überschaubar. Man kann ihn mit 840 Millionen Euro beziffern.
Da wird der Blick gern auf den viel größeren Skandal der Landes-CDU vernebelt, nämlich Stuttgart 21. Während man bei der EnBW einen überteuerten Sachwert erwirbt, gibt es bei S 21 nur Zerstörung.
Der Schienenverkehr wird landesweit empfindlich reduziert, die Energiekosten und die Folgekosten für den Bahnbetrieb steigen dramatisch. Es entsteht ein Milliardenschaden auf einer nach oben offenen Skala. Bei der Elbphilharmonie oder dem Flughafen Berlin kann man noch von einem brauchbaren Gegenwert sprechen, bei S 21 ist es eine Investition in ein unbrauchbares Loch. Während bei den beiden anderen Großbauten das Ende absehbar ist, kann man bei S 21 noch nicht einmal einen sinnvollen Baubeginn festmachen, es sei denn sinnlose Abrissmaßnahmen. Und das beim bestgeplanten Bauobjekt der DB.“


Corina S. am 27.8.2012:
Stuttgart 21: Paradebeispiel für einseitige Berichterstattung
(Zum Artikel „Wo man viel mehr als nur Bahnhof versteht“)
Dieser Artikel in der an sich völlig unverdächtigen „Freizeitstimme“ ist ein Paradebeispiel für die einseitige Berichterstattung der HSt in Bezug auf Stuttgart 21. Die HSt organisiert eine Leserreise mit dem Ziel der „Rundum-Information“ zum „Bahnprojekt Stuttgart-Ulm“, wie S21 und die separate Neubaustrecke Stuttgart-Ulm mittlerweile so gern übergreifend bezeichnet werden. Und für diese Veranstaltung konsultiert die HSt ganz einseitig nur S21-Befürworter – obwohl die Kritiker von S21 ganz nah, am Info-Stand der Mahnwache in der Königstraße, seit mehr als 2 Jahren rund um die Uhr über die andere Sicht der Dinge informieren.
So hat die HSt-Gruppe leider nichts über folgende Fakten erfahren: Der ICE soll mit S21 zwar schneller vom Bahnhof zum Flughafen fahren als heute die S-Bahn, dafür aber nur noch alle 2 (!) Stunden. Nach dem sogenannten Filderdialog ist ohnehin unklar, ob und wie der Flughafen an S21 angeschlossen werden soll – allen von der Bahn in den letzten 10 (!) Jahren vorgelegten Plänen fehlt laut Eisenbahnbundesamt „die erforderliche Reife“. S21 endet auf den Fildern im Acker, wenn die Neubaustrecke nicht vollständig genehmigt und finanziert wird. Obwohl die Bahn seit mehr als einem Jahr weiß, dass sie mindestens doppelt so viel Grundwasser wie ursprünglich geplant abpumpen muss, um die Baugrube für den Tiefbahnhof trocken halten zu können, hat sie dafür bis heute keinen entsprechenden Antrag beim Eisenbahnbundesamt eingereicht, geschweige denn eine Genehmigung erhalten. Es ist – von der Bahn unwidersprochen – belegt, dass S21 weniger Zugfahrten leisten kann als der heutige Kopfbahnhof – ein Rückbau an Schienenkapazität für Milliarden Euro Steuergelder! Die Bahnsteige bei S21 sind außergewöhnlich steil und eng, die Forderungen der Stuttgarter Feuerwehr für den Brandschutz sowie der Behindertenverbände sind nach wie vor nicht berücksichtigt. Der Nordflügel wurde 2010 für den Bau des Technikgebäudes abgerissen, aber das Technikgebäude steht bis heute nicht, weil es technisch so schwierig – wenn nicht unmöglich ist – dass die erste damit beauftragte Firma absprang, und die zweite Firma jetzt Insolvenz anmeldete. Dies sind nur einige der ungeklärten Probleme beim vermeintlich „bestgeplanten Projekt“ …. Der Gipfel der Fehlinformation in diesem Artikel besteht übrigens in der Behauptung, das Bahnhofsgebäude bleibe mit Ausnahme des abgerissenen Nordflügels erhalten. Heilbronner Stimme, habt Ihr den Abriss des Südflügels mit seinen Unfällen vergessen? Von dem U-förmigen Bonatzbau steht nur noch das vordere Gebäude, beide Seitenflügel wurden abgerissen! Aus Sicherheitsgründen mussten deswegen jetzt auch noch die verglasten Wetterschutzvorrichtungen an den Dächern der Bahnsteige abmontiert werden – wir Reisenden werden also in den nächsten Jahren Wind und Wetter ausgesetzt sein.“


Susanne H. am 1.9.2012:
Lücke schließen – Radweg am Silcherplatz
Der im Umbau befindliche Spielbereich am Silcherplatz wird bestimmt schön. Es wäre prima und sinnvoll, wenn bei diesen Bauarbeiten auch an eine Radverbindung von der Steinstraße über den Silcherplatz gedacht würde. Kinder und Erwachsene fahren über den Gehweg und die Fußgängerampel zur Silcherschule, denn sich zwischen den Autoverkehr an dieser Kreuzung zu zwängen, ist höchst gefährlich. Heilbronn will sich zur Radlerstadt entwickeln. Hier ist die Gelegenheit, eine Lücke im Radwegenetz zu schließen.“