Offener Brief der BI 780 Frankenbahn

Frankenbahn
Sehr geehrter Herr Mappus,
sehr geehrte Frau Gönner,

die anstehende Direktvergabe des Regionalverkehrs auf der Frankenbahn Stuttgart – Würzburg veranlasst uns als Bürgerinitiative BI 780 FRANKENBAHN zu diesem offenen Brief:

Wir gehen davon aus, dass eine Direktvergabe (die ja bedeutet, dass keine Konkurrenten zugelassen sind) ein Entgegenkommen des Landes Baden Württemberg als Besteller gegenüber DB Regio Baden Württemberg bedeutet.

Vor einer Direktvergabe ist daher sicherzustellen, dass diese an den bundesweiten Durchschnittspreis der DB Regio von 5-6 € / Zugkilometer angeglichen wird.
Der aktuelle, überhöhte Preis von 8,60 € / Zugkilometer in Baden-Württemberg und das Projekt Stuttgart 21 haben zur Folge, dass keine weiteren Zugkilometer vom Land bestellt werden können. Mit dem o.g. Durchschnittspreis könnte die Kapazität um 1/3 gesteigert werden.Der noch laufende Vertrag liegt damit deutlich über dem bundesweiten Durchschnittssatz.
Dafür gibt es keine plausiblen Gründe. Im Ergebnis führt dies aber dazu, dass dringend notwendige Züge nicht bestellt werden können, da das Budget dafür nicht ausreicht.

Wir gehen davon aus, dass Sie sich in den Verhandlungen dafür einsetzen, dass die vertraglich vereinbarten Zugkilometerkosten nicht über dem Bundesweiten Durchschnitt der DB Regio AG liegen. Z.B. fährt DB Regio AG in Bayern für 78 Cent/ Zugkm!

Die versprochenen Verbesserungen im Bereich des Fahrplans der Frankenbahn sind leider bislang eher gering und wir haben bis dato noch nicht einmal die Zugleistungen des Fahrplans vor 2005 erreicht. Noch immer fehlen wichtige Züge, vor allem Regionalbahnen. Dann sind die Regionalbahnen, die ja nur noch bis Jagstfeld und nicht mehr nach Heilbronn fahren, sehr häufig in Jagstfeld so verspätet, dass es nicht möglich ist den Anschlusszug Richtung Heilbronn / Stuttgart zu erreichen.
Ein weiterer Punkt, der dringend im neuen Vertragswerk festgelegt werden muss, ist die Verwendung von zeitgemäßem Wagenmaterial: Die aktuelle Situation ist unerträglich und nicht mehr unzumutbar:
Dass das Öffnen der Türen z.B. in Bad Friedrichshall-Jagstfeld auch der Zugbegleiterin nicht gelingt und der Fahrgast daher über sein geplantes Reiseziel bis Heilbronn weiterfahren muss! Das ist leider kein Einzelfall sondern fast schon alltäglich. Die Toiletten in einem extrem schlechten und unsauberen Zustand sind und die Abteiltüren zwischen den Wagen sich entsprechend dem Kurvenverlauf des Zuges selbsttätig bewegen!

Durch die oben genannten Maßnahmen können aus unserer Sicht mit dem aktuellen Budget langfristig die dringend notwendigen Anpassungen und Verbesserungen im Regionalverkehr ohne Mehrkosten für das Land sichergestellt werden.