IHK schadet dem Wirtschaftsstandort Heilbronn-Franken (PE 03/2010)

Medien-Erklärung 03/2010 vom 13.10.2010

Anlässlich der Resolution der Vollversammlung der IHK Heilbronn-Franken zur Unterstützung für das Milliardengrab Stuttgart 21 erklärt das „Heilbronner Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 – Für eine Bahnwende in der Region und im Land“:

Mit dem unreflektierten Abnicken von Parolen, die in Stuttgart vorformuliert werden, schadet die IHK dem Wirtschaftsstandort Heilbronn-Franken. Das Aktionsbündnis zeigt sich enttäuscht, dass sich die IHK-Mitglieder keine Mühe machen, sich mit den Risiken des Immobilienprojektes Stuttgart 21 auseinanderzusetzen, und sich für einseitige politische Zwecke vereinnahmen lassen.

Silke Ortwein vom Deutschen Gewerkschaftsbund DGB: „Dem Wirtschaftsstandort und vielen Unternehmen in der Region wäre viel mehr geholfen, wenn das Heilbronner S-Bahnnetz und der Nahverkehr zügig und massiv ausgebaut würden. Solche Investitionen in eine moderne Infrastruktur würden in der Region auf Dauer Arbeitsplätze schaffen, nicht ein Tunnelbauprojekt in der Landeshauptstadt.“
Leider fehle wegen Stuttgart 21 schon heute das Geld für mehr und komfortablere Züge auf der Frankenbahn oder den für den Standort Zabergäu unverzichtbaren S-Bahnanschluss, so die Bündnissprecherin.

Das Aktionsbündnis betont: Stuttgart 21 ist nicht alternativlos, im Gegenteil. Es gibt viele bessere Alternativen, die in kurzer Zeit realisiert werden könnten und das gesamte Bahnsystem Schritt für Schritt verbessern würden – auch und gerade in der Region Heilbronn-Franken, die sich seit Jahren im Bahnschatten befindet und mit Stuttgart 21 auch nicht aus diesem heraus kommt.
Was der Region wirtschaftlich nützen würde, das wäre zum Beispiel eine Modernisierung der Strecke nach Stuttgart, um die Fahrzeiten Stuttgart-Heilbronn unter 30 Minuten zu drücken. Dann bestünden in Heilbronn und Stuttgart jeweils zu den Minuten :30 und :00 optimale Anschlüsse an den
übrigen Bahn- und Busverkehr.

Der Stuttgarter Flughafen könnte dann von Heilbronn aus genauso schnell mit einer Express-S-Bahn auf vorhandenen Gleisen erreicht werden. Ein solches Angebot könnte kurzfristig eingerichtet werden. Bei Stuttgart 21 müssen die Heilbronner noch zehn, eher mindestens 15 Jahre warten, bis der erste Zug am Flughafen hält.

Das Aktionsbündnis „Heilbronner gegen Stuttgart 21 – Für eine Bahnwende in der Region und im Land“ ist ein Zusammenschluss von regionalen Verbänden, Organisationen und BürgerInnen. Dazu zählen unter anderem attac, BUND, DGB, Die Grünen, Die Linke, ödp, VCD.