Aktionsbündnis übt scharfe Kritik an regionalem Bekenntnis zu Stuttgart 21 (PE 02/2010)

Medien-Erklärung 02/2010 vom 07.10.2010

Das AktionsbündnisHeilbronner gegen Stuttgart 21 – Für eine Bahnwende in der Region und im Land“ hält die Unterstützung der Landkreisbürgermeister für das Milliardengrab Stuttgart 21 für nicht verantwortungsvoll. Das Projekt schade der Region Heilbronn-Franken, da die Kosten schon heute aus dem Ruder laufen und es zulasten der regionalen Entwicklung gehe.

Bündnis-Sprecher Gottfried May-Stürmer: „Wer die Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region Heilbronn-Franken ernst nimmt, der kann sich nicht dafür einsetzen, dass Milliarden an freien Landesmitteln in Stuttgart versenkt werden. Zusätzlich pumpt das Land mehrere hundert Millionen Euro an Regionalisierungsmitteln in Stuttgart 21, die eigentlich dazu dienen, Zugleistungen im Regionalverkehr zu finanzieren. Zugleich vergammeln im ganzen Land die Bahnhöfe, auf der Frankenbahn und nach Stuttgart fahren fast nur Bummelzüge, und die S-Bahnen ins Zabergäu, nach Schwäbisch Hall oder nach Osterburken sind für Jahrzehnte nicht in Sicht.

Das Bündnis bedauert, dass sich die Landkreis-Bürgermeister vor den Karren der Stuttgart 21-Lobby spannen lassen anstatt die vielen Nachteile für die Region zu thematisieren. „Wieder einmal waren die Blender aus Stuttgart erfolgreich in Heilbronn unterwegs“, so May-Stürmer.

Das Bündnis fordert ein Ende der einseitigen Einflussnahme und rät den Bürgermeistern, sich an den Bürgern ein Beispiel zu nehmen. Diese hätten sich über die gigantischen Risiken und Fehleinschätzungen bei Stuttgart 21 informiert und gingen deshalb seit Monaten auf die Straße.

Das Aktionsbündnis weist darauf hin, dass alle vermeintlichen Vorteile von Stuttgart 21 auch mit einer kostengünstigen Modernisierung des Kopfbahnhofes und einer schnellen Express-S-Bahn zum Flughafen erreichbar sind. Der geplante Tunnelbahnhof bringe der Region Heilbronn-Franken dagegen überwiegend Nachteile.

Schon heute könne man von Heilbronn aus per Bahn in weniger als zwei Stunden nach Ulm fahren. Mit Stuttgart 21 werde im Vergleich zu heute kein einziger Zug schneller in Stuttgart sein, da die Zulaufstrecken nicht ausgebaut werden. Im Gegenteil, es sei fraglich, ob mit dem viel zu kleinen Tunnelbahnhof künftig noch Anschlüsse an den übrigen Fern- und Regionalverkehr möglich sind. Bei Verspätungen drohe das gesamte System zusammenzubrechen, Leidtragende werden dann Reisende in Regionalzügen sein.

Auch ein Ausbau der Frankenbahn stehe in keinerlei Zusammenhang mit dem Stuttgarter Tunnelbahnhof, der die Züge zwischen Stuttgart und Würzburg keine Minute schneller mache.

Das Aktionsbündnis „Heilbronner gegen Stuttgart 21 – Für eine Bahnwende in der Region und im Land“ ist ein Zusammenschluss von regionalen Verbänden, Organisationen und BürgerInnen. Dazu zählen unter anderem attac, BUND, DGB, Die Grünen, Die Linke, ödp, VCD.