Wenn unmögliches wahr wird – wir lassen uns keine Märchen erzählen

Schön, dass die Frankenbahn ab Dezember etwas häufiger fahren wird und zumindest am Wochenende sogar moderneres Wagenmaterial eingesetzt werden soll. Wir freuen uns natürlich alle unbändig, während wir weiterhin auf den wirklichen Stundentakt und dauerhaft vernünftiges Rollmaterial warten, bis 2015 oder noch länger.

Aber da war doch was! Im Jahre 2008 wurde OB Himmelsbach und Landrat Piepenburg aus Berlin beschieden, dass ein Stundentakt der Frankenbahn gar nicht möglich sei, weil der ICE-Knoten Würzburg völlig überlastet sei und keinen weiteren Verkehr aufnehmen könne (Heilbronner Stimme vom 20.09.2008). Meines Wissens ist in Würzburg seit September 2008 nichts umgebaut worden, und trotzdem ist der Stundentakt, der 2008 absolut unmöglich war, im Dezember 2010 plötzlich möglich! Und zwar auch zur Hauptverkehrszeit am Freitagnachmittag, wenn die ganzen Wochenendpendler nach Hause fahren.

Wie ist das Wunder zu erklären? Wahrscheinlich hat der Protest gegen Stuttgart 21 und für die Bahnwende in Heilbronn dazu beigetragen, das damals Unmögliche heute möglich zu machen. Man möchte die Bahnfahrer in der Region besänftigen und das Argument, die Mittel flössen nur nach Stuttgart, entkräften.

Aber was besagt das über die Informationspolitik der Bahn und des Verkehrsministeriums? Die Info von 2008 war offensichtlich unrichtig. Man wollte den Stundentakt nicht und stellte einfach die Behauptung auf, es ginge nicht. Konnte ja keiner nachprüfen. Das legt natürlich den Schluss nahe, dass die offizielle Information zu Stuttgart 21 genauso wenig mit Tatsachen zu tun hat wie die Frankenbahn-Info von 2008.

Und noch was: In dem oben genannten Artikel aus der Heilbronner Stimme steht, dass 2009 mit der Sanierung des Heilbronner Hauptbahnhofs begonnen werde. Jetzt haben wir Ende September 2010. Immerhin: Die Gepäckbänder laufen wieder. Hurra!
Peter, 25.09.2010
HSt-Artikel vom 25.09.2010 und HSt-Artikel vom 20.09.2008