Fakten gegen die Behauptungen der S21-Befürworter. Ein Leserbrief

Es wäre schön, wenn die Befürworter von Stuttgart 21 endlich die Fakten zur Kenntnis nehmen würden.

Erster Fakt: Stuttgart 21 schafft deutliche Verbesserungen nur für Vielflieger und diejenigen Fahrgäste im Fernverkehr, die nicht in Stuttgart aus- oder einsteigen. Das sind aber nur 10% bis 20% der Fahrgäste. Für die ganz überwiegende Mehrheit der Bahnnutzer liegt der Zeitgewinn, wenn überhaupt, im Bereich weniger Minuten, so dass die enormen Kosten des Projekts nicht zu rechtfertigen sind. Für die Normalfamilie, die einmal im Jahr in Urlaub fliegt, spielt eine etwas längere Zufahrt zum Flughafen keine Rolle, und für Pendler in den Großraum Stuttgart bringt Stuttgart 21 kaum etwas. Da wäre das Metropolticket wichtiger.

Noch ein Fakt: Bereits heute fährt der TGV von Paris über Stuttgart nach München durch, trotz Kopfbahnhof. Stuttgart ist also schon heute nicht vom Fernverkehr abgehängt. Und die Züge von Neckarelz sind jetzt schon über Stuttgart hinaus nach Ulm durchgebunden. Was ändert da der teure Durchgangsbahnhof?

Und noch ein Fakt: Die Region muss keinen Kostenbeitrag leisten? Zahlen die Unterzeichner des Aufrufs „Pro Stuttgart 21″ etwa keine Steuern?
Steuergelder und eigentlich an den Staat abzuführende Bahngewinne werden für ein Projekt verpulvert, das nur einer kleinen Minderheit dient, und das Geld fehlt dann an anderer Stelle. Stuttgart 21 wird bis zu 11 Milliarden Euro kosten, das ist übrigens exakt der Betrag, der im Rahmen des Sparpakets der Bundesregierung im Sozialbereich gekürzt werden soll.

Wir brauchen in der Region vor allem eine schnellere, bequemere und besser getaktete Verbindung zum ICE-Knoten Würzburg. Aber die Mittel fließen ja nach Stuttgart!
Peter, 21.9.10